Hier werden die Referentinnen und Referenten der letzten Tagung mit den Themen vorgestellt.

Freitag, 12.09.: Zyklisierung und Periodisierung des Trainings

Update von Trainingszonen im Schwimmen und deren Anwendung für die Planung und Steuerung im Training

Hauptvortrag | Dr. Alexander Törpel

Die wichtigsten Planungs- und Steuerungsgrößen für das Schwimmtraining sind die Intensität sowie der Umfang. Dies gilt innerhalb einer Trainingseinheit, einer Trainingswoche oder einem selbst definierten Zeitraum. Hinsichtlich der Intensität einer Trainingseinheit bzw. eines Trainingsets bedarf es einer reizwirksamen Definition von Intensitätsbereichen – auch als Trainingszonen benannt. Die Definition von Trainingszonen sollte physiologischen Gesetzmäßigkeiten folgen, die die Basis von Anpassungsprozessen darstellen. Sind Trainingszonen einmal korrekt definiert, können diese im Trainingsprozess im Zusammenhang von Trainingsmethoden auf das Trainingsziel ausgerichtet eingesetzt werden. Dabei verzahnt sich die Definition von Trainingszonen mit der Trainingsplanung – die Periodisierung und Zyklisierung des Trainings – sowie der akuten und übergeordneten Trainingssteuerung.

Im Rahmen des Hauptvortrags wird zunächst eine aktualisierte Darstellung von Trainingszonen vorgenommen und deren trainingspraktische Anwendung für den Prozess der Trainingsplanung und –steuerung dargestellt. Dabei wird auf die Prinzipien und Methoden innerhalb des Planungs- und Steuerungsprozesses eingegangen. Im Workshop wird insbesondere auf den Transfer des aktuellen wissenschaftlichen Standes zu den benannten Themenfeldern in die Schwimmpraxis eingegangen und es werden „best practice“ Beispiele aus dem Hochleistungssport vorgestellt. Somit soll die bestehende Brücke zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und erfolgsbasierter Trainingspraxis geschlagen werden.

 

Vertiefung und Anwendung des Updates der Trainingszonen

Workshops getrennt nach Etappen im langfristigen Leistungsaufbau

In vier verschiedenen Workshops, die sich jeweils einer Etappe des langfristigen Leistungsaufbaus widmen, werden wir die von Alexander Törpel dargestellten Basics der Periodisierung auf das GLT (Leitung: NN), ABT (Leitung: Lukas Mundelsee), AST (Leitung: Tim Thorben Suck) sowie HLT (Leitung: Alexander Törpel) anwenden, Stolpersteine identifizieren und gemeinsam einige beispielhafte Planungen erstellen und besprechen.

Samstagvormittag 13.09.: Zyklisierung der Schwimmarten

Aktuelle Technikentwicklungen in Kraul und Rücken

Hauptvortrag | Stefan Fuhrmann

In der Weltspitze sind fast ausnahmslos Bewegungsausführungen auf allerhöchstem Niveau zu beobachten. Dies betrifft die Schwimmarten, sowie die Delphinbeinbewegung, Starts und Wenden. Die hohe Leistungsdichte erlaubt wenige bis gar keine Schwächen in den zyklischen und azyklischen Anteilen. Vermeintlich kleine Details führen zu großen Unterschieden bei der Erreichung maximaler Geschwindigkeiten oder Effizienz. Neben den individuellen Ausprägungen in den Techniken, lassen sich aber auch personenübergreifende Gemeinsamkeiten in den Bewegungsausführungen identifizieren. Diese Gemeinsamkeiten sollen für die Schwimmarten „Kraul“ und „Rücken“ dargestellt und mit Hilfe von Videobeispielen veranschaulicht werden. Damit soll zumindest teilweise die Frage beantwortet werden, welche Technikmerkmale bei der Entwicklung junger Schwimmer und Schwimmerinnen im Fokus stehen sollten.

Lernwege in den Wechselzugschwimmarten (mit Fokus auf das Tiefwasser) (Grundausbildung)

Workshop | Jeannette Komma

Vielen Vereinen steht für die schwimmerische Grundausbildung nur eine Sportbahn zur Verfügung. Wie es trotz der zusätzlichen Herausforderung gelingen kann, modern und ohne fest mit dem Körper verbundene Auftriebshilfen die Wechselzugschwimmarten als Erstschwimmarten sicher und gut zu vermitteln.  

Myth-Busters: Einige gängige Annahmen zu Kraul und Rücken im Check (GLT/ABT)

Workshop | Dr. Lukas Mundelsee

Warum genau rotiert man nochmal beim Kraul- und Rückenschwimmen und wie sollte die Kopfhaltung sein? Wie steht's um die Atmung und die Frequenz in den beiden Schwimmarten und wie sieht nochmal das Zugmuster unter Wasser aus? Zu diesen und ähnlichen Fragen halten sich in Schwimmdeutschland hartnäckig einige Mythen. Dieses Seminar gibt darauf Antworten in Anlehnung an Beobachtungen der Weltspitze und Ergebnisse einiger wissenschaftlicher Studien.

Bewegungsausführung der Schwimmarten „Kraul“ und „Rücken“ im Hochleistungsbereich (AST/HLT)

Workshop | Stefan Fuhrmann

In diesem Workshop wird der Hauptvortrag vertieft und die zugrundeliegenden Antriebskonzepte kurz dargestellt. Außerdem erfolgt für das Kraulschwimmen eine detaillierte Betrachtung der Technik bei den verschiedenen Streckenlängen (Sprintstrecke, Mittelstrecke, Langstrecke). Eine Darstellung von Zyklusfrequenzen und Atemrhythmus (nur für Kraul) in der Weltspitze bildet den Abschluss.

DSV kontrovers: Einschwimmen beim Wettkampf?! Wann, wie, was, ob überhaupt?

Workshop | André Engel

In den seltensten Fällen klafft zwischen Theorie und Praxis eine so große Lücke wie beim Thema „Einschwimmen“. Wettkampfbeginn 8 Uhr bedeutet, dass ab 7 Uhr ca. 387 Aktive die 8 Bahnen - inklusive Sprintbahn versteht sich - bevölkern, um sich für ihren ersten Start um 10:27 Uhr vorzubereiten. Ist das sinnvoll? Wieso machen wir den 15m oder 25m Sprint? Was kann und sollte ich den Schwimmer:innen noch vermitteln? Diese und andere Fragen möchte ich mit euch in diesem Workshop diskutieren und zum Anlass nehmen, das „Einschwimmen“ vielleicht neu zu denken?

Vielseitige Schulung der koordinativen Fähigkeiten im Wasser mit den Grundbewegungen aus der Aquafitness

Workshop | Jeannette Komma

Vielleicht mögt Ihr eine besondere Trainingseinheit, möglicherweise sogar mit Musik, für Eure Schwimmer*innen gestalten, vielleicht möchtet Ihr ein paar alternative, herausfordernde Übungen in Euer Training einbauen, um Euren Sportler*innen neue Bewegungserfahrungen zu ermöglichen, vielleicht soll es aber auch ein spezieller, freudvoller Abschluss für Eure Athlet*innen sein.

Osteoporose: Erkennen, verringern, vorbeugen

Workshop | Dr. Thomas Nörrenberg

Osteoporose, eine Krankheit, die durch den fortschreitenden Verlust an Knochendichte gekennzeichnet ist, tritt vor allem im höheren Lebensalter auf und betrifft  - passend zum Motto der Jahrestagung - insbesondere Frauen nach der Menopause.
Im Vortrag beleuchtet Dr. Thomas Nörrenberg, schwimmbegeisterter Anästhesist, ob regelmäßiges Schwimmtraining das Risiko einer Osteoporose beeinflussen kann. Darüber hinaus stellt er Maßnahmen vor, um eine Osteoporose zu verhindern oder zumindest zu verringern.

Samstagnachmittag 13.09.: Zyklusbasiertes Training

Menstruationszyklus und Sport

Hauptvortrag | Prof. Dr. Kirsten Legerlotz & Elisabeth Kirschbaum

Der Vortrag gibt einen umfassenden Einblick in die Grundlagen des Menstruationszyklus und hormoneller Verhütung. Es werden wichtige Aspekte der gynäkologischen Gesundheit und Menstruationshygiene thematisiert, ergänzt durch praktische Ansätze zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Sportlerinnen und Trainer:innen. Außerdem wird beleuchtet, wie der Menstruationszyklus die Leistungsfähigkeit und Trainierbarkeit beeinflussen kann, um eine optimale Trainingsgestaltung zu unterstützen.

Zyklusbasiertes Training

Workshop | Prof. Dr. Kirsten Legerlotz

Der Workshop legt den Schwerpunkt darauf, wie der Menstruationszyklus im Trainingsalltag von Athletinnen angemessen berücksichtigt werden kann. Wir behandeln Themen wie die subjektive und objektive Leistungsfähigkeit im Verlauf des Menstruationszyklus und setzen uns mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Trainierbarkeit in Abhängigkeit des Menstruationszyklus auseinander.  Darüber hinaus werden im Zusammenhang mit der Trainingsplanung Ansätze zu Periodisierungsmodellen vorgestellt, die hormonelle Schwankungen berücksichtigen und akute Maßnahmen im Wettkampf diskutiert.

Prävention von Zyklusstörungen

Workshop | Elisabeth Kirschbaum

In diesem Workshop soll das Wissen über Zyklusstörungen und deren Ursachen vertieft werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem relativen Energiedefizit im Sport (REDs) und dessen spezifischen Auswirkungen auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Athletinnen. Darüber hinaus werden praxistaugliche Strategien vorgestellt, um die gynäkologische Gesundheit nachhaltig zu schützen.

Geschlechtsunterschiede in der Wettkampfangst und Kurz-Intervention für Trainer

Workshop | Tim-Thorben Suck

Zielstellung des Referats ist es, ein allgemeines Verständnis für Wettkampfangst zu vermitteln und wie sich diese zwischen Athleten und Athletinnen unterscheidet. Darauf aufbauend werden praktische Hinweise gegeben, die Trainern in ihrem Umgang mit betroffenen Schwimmern helfen sollen.

Sonntag, 14.09.: Leistungssport früher und heute

Erfahrungen und Anekdoten eines Weltmeistertrainers

Hauptvortrag | Frank Embacher

Ich nehme Sie mit auf meinen langen Weg vom Rückenschwimmer in Berlin zu meinen ersten Stationen als Trainer bis hin zu meinem größten Erfolg, dem Weltmeister Paul Biedermann, dessen Karriere ich viele Jahre aktiv entwickeln und begleiten durfte. Ausgehend von meinen eigenen Erfahrungen als Sportler setze ich mich, durchaus auch kritisch, in einer Retrospektive mit der damaligen Trainingspraxis auseinander. Ich reflektiere, mit der einen oder anderen Anekdote unterhaltsam angereichert, in der Folge meine eigene Trainingspraxis und deren Weiterentwicklung seit 1992 in den vielen Jahren in Halle/Saale bis zu meiner aktuellen Station als Landestrainer mit eigener Trainingsgruppe in Leipzig. Meine Zusammenarbeit mit dem Ausnahmetalent, Paul Biedermann, und die Gestaltung seines Trainings lasse ich dabei gemeinsam mit Ihnen Revue passieren. Welche Trainingsreize und -methoden halte ich für essentiell und allgemein gültig. Was hat in Pauls Fall gut funktioniert, ist aber nicht auf alle Sportler*innen 1:1 übertragbar.

Leistungssport früher und heute

Podiumsdiskussion mit Frank Embacher und Dagmar Hase | Moderation Jeannette Komma

Auf dieser Podiumsdiskussion möchten wir unseren Gästen u.a. gerne folgende Fragen stellen: In wieweit sind unsere Sportler*innen heute anders? Wie wurden Talente früher bei der Entscheidung pro Leistungssport unterstützt und wie können wir Trainer*innen jetzt dabei helfen? Wird das Schwimmen in unserer Gesellschaft als eine attraktive Sportart wahrgenommen und an welchen Vorbildern kann sich unser Nachwuchs orientieren? Was braucht es, um erfolgreiche Sportler*innen zu entwickeln, und was wünschen sich unsere Trainer*innen dafür? Gibt es einen idealen Karriereweg? Und wenn ja, wie sähe dieser aus? Wie macht Schwimmen, auch bei hoher Trainingsbelastung, Spaß? Und wenn das Schwimmen keinen Spaß mehr macht und die Karriere stagniert? Betrachten wir erfolgreiche Transfers in andere Sportarten. Welche besonderen Fähigkeiten und Fertigkeiten bringen Schwimmer*innen mit?